MÄRKTE IN SIEM REAP
Siem Reap ist die Stadt, in die Sie höchstwahrscheinlich fliegen, wenn Sie in Kambodscha zu den herrlichen Tempeln in der Region Angkor aufbrechen wollen. Die Stadt hat etwa 300 000 Einwohner, und da der Tourismus hier floriert, wächst sie immer weiter. Ich war vier Nächte hier und hätte es hier wohl noch ein paar Tage ausgehalten. Zum einen hätte ich mir noch mehr Zeit für das Erkunden der Tempel reserviert und zum anderen hätte ich mehr Zeit gehabt, mir die Stadt selbst anzusehen. Dass ich in Siem Reap auf den lokalen Markt geriet, war nur Zufall.
Am letzten Tag, auf der Fahrt mit dem Tuk-Tuk zu den weiter entfernten und kleineren Tempeln, kam ich am Markt vorbei. Ich vereinbarte also mit dem Fahrer, dass er kurz anhält und ich den Markt durcheilen und ein paar Fotos machen kann. Auch wenn Kambodscha ein sehr armes Land ist, findet man auf dem Markt eine unerschöpfliche Menge an Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch. Am Morgen herrschte hier reges Treiben, und mir wurde davon ganz schwindelig. So viele verschiedene Dinge habe ich wohl noch nie an einem Ort verkaufen sehen. Eine Marktfrau verkaufte kleine Welse, ein anderer ausgenommene Frösche… Manche Gemüsesorten kannte ich nicht einmal.
Die Märkte sind wirklich eine Augenweide und gehören entschieden zu den interessantesten Orten, die Sie in Asien besuchen können. Neben dem Außenmarkt, wo meist Gemüse, Obst und Fleisch verkauft wird, gibt es den Innenmarkt. Dort, wer würde es erwarten, gibt es viele Stände mit Goldschmuck, der hier nicht nur verkauft, sondern auch hergestellt wird. Nun, und außer Gold kaufen Sie hier im Grunde alles, was Ihnen einfällt. Von Schuhen bis zu Töpfen. Und wenn Sie der Hunger überfällt, gibt es hier gleich mehrere Bistros, in denen Sie sich satt essen können. Ich probierte grüne Mango mit Chili, Zucker und Salz.
Dann war es Zeit, wieder zu den uralten Tempeln aufzubrechen, aber der Markt gefiel mir so gut, dass ich mich gleich mit dem Fahrer verabredete, dass wir auf dem Rückweg wieder hierher fahren. Ich wollte den Markt noch einmal durchgehen und mehr von der lokalen Atmosphäre aufsaugen, die mich jetzt am Morgen überwältigt hatte. Über die Tempel schreibe ich Ihnen in verschiedenen anderen Artikeln aus Kambodscha, und so werde ich mich damit nicht aufhalten und gleich um mehrere Stunden vorspringen, als wir also nach Siem Reap zurückkehrten und zum zweiten Mal am Markt anhielten.
Es war schon nach Mittag, und so hatte sich das Treiben hier stark beruhigt. Einige Stände waren schon ausverkauft oder sogar geschlossen. Auf einmal hatte der Markt eine ganz andere Atmosphäre. Es spazierten hier nur noch einige Kunden, manche aßen in den Bistros zu Mittag, andere gingen mit ihrem Einkauf nach Hause. Und gerade aus diesem Moment stammt das Titelfoto der Metzgerin, die in ihrem Lädchen eine Hängematte aufgehängt hat und sich ausruht. Ich mag dieses Foto wirklich sehr, es sind darauf so viele verschiedene Details, die man entdecken kann. Ich freue mich schon, wie ich es mir in großem Format ausdrucke, denn dann kommen all die Kleinigkeiten sicher noch mehr zur Geltung. Es ist so eine Verkörperung der verdienten Ruhe, denn viele Marktleute beginnen ihre Arbeit schon in der Nacht, wenn sie fahren, um auf einem Großmarkt Ware einzukaufen, und anschließend alles an ihrem Stand herrichten und den ganzen Tag versuchen, es zu verkaufen. Schon in Vietnam sagte ich mir, dass das eine sehr anstrengende Arbeit ist, das Tag für Tag zu tun, um 3 Uhr früh aufzustehen und um acht Uhr abends zurückzukehren. Dort funktionierten auf ähnliche Weise all die Frauen, die an den belebten Straßen Imbisse verkauften. Diese mussten zudem den ganzen Tag die vielen Abgase der Tausenden Motorräder einatmen, die vorbeifahren.
Ich muss sagen, dass mir gerade die Fleisch- und Fischmärkte immer am fotogensten vorkommen. Eigentlich habe ich bis heute nicht so recht verstanden, wie die Einheimischen das mit der Aufbewahrung des Fleisches machen, denn nachdem das Fleisch den ganzen Tag bei so einer Hitze am Stand ausliegt, muss es doch schon fast ungenießbar sein. Ich habe die Theorie, dass immer nur etwa so viel Fleisch verkauft wird, dass es für einen Tag reicht, und anschließend frisches herangeschafft wird. Davon, dass irgendwo etwas in Kühlboxen oder Kühlschränken ausläge, können Sie hier nur träumen.
Tipp 1:Stehen Sie früher auf und verabreden Sie mit dem Fahrer, dass Sie Ihren Tag gerade auf diesem Markt beginnen. Erleben Sie die authentische Atmosphäre und das Treiben eines absolut großartigen und großen Marktes, von denen es leider auf der ganzen Welt immer weniger gibt, da der Verkauf in Geschäfte und Supermärkte abwandert.
Tipp 2:Weisen Sie den Fahrer darauf hin, dass Sie wirklich auf einen Markt für Einheimische wollen, sonst passiert es Ihnen leicht, dass er Sie zu irgendeinem touristischen Markt mit Souvenirs bringt. Der Markt liegt in der Stadt in Richtung des Weges zu den Tempeln Bakong und Preah Ko.
Ausrüstung: Weil ein Teil des Marktes überdacht ist (also nicht viel Licht hat) und es in diesem Gewühl entschieden nicht bequem ist, sich mit großer Technik herumzuschlagen, empfehle ich wärmstens, hier mit einem lichtstarken Festbrennweitenobjektiv zu fotografieren. Zum Beispiel ein 50 mm F1.8 oder 35 mm F1.8 sind für solches Fotografieren großartig.






